PAYBACK MAX wird zur PAYBACK American Express PLUS – und bekommt eine Obergrenze
PAYBACK und American Express bauen ihre kostenpflichtige Zusatzoption um. Ab dem 13. Oktober 2026 heißt PAYBACK MAX „PAYBACK American Express PLUS". Bestehende Nutzer werden ab dem 11. August per Service-Mail informiert, die Umstellung erfolgt automatisch.
PAYBACK und American Express bringen MAX zurück
Zur Einordnung, weil das oft verwechselt wird: Die PAYBACK American Express Karte selbst bleibt kostenlos und unverändert. MAX ist kein eigenes Produkt, sondern eine Option, die du für 35 Euro im Jahr dazubuchst – vergleichbar mit dem Membership Rewards Turbo bei den anderen Amex-Karten. Sie verdoppelt deine Sammelrate von 1 auf 2 Punkte je 3 Euro Kartenumsatz.
Genau an dieser Verdopplung ändert sich jetzt etwas. Es kommen Leistungen dazu, die Gebühr bleibt gleich – und es kommt eine Umsatzgrenze, die es bisher nicht gab.
Was sich ändert – im Überblick
| Kriterium | PAYBACK MAX bisher |
PAYBACK American Express PLUS ab 13.10.2026 |
|---|---|---|
| Jahresgebühr der Option | 35 Euro | 35 Euro |
| Sammelrate mit Option | 2 Punkte je 3 Euro | 2 Punkte je 3 Euro |
| Obergrenze | keine | ab 20.000 Euro Jahresumsatz nur noch 1 Punkt je 3 Euro |
| Jährliches Gutscheinpaket | nein | ja |
| Monatliche Extra-Punkte | nein | ja |
Die neuen Leistungen
Jährliches Gutscheinpaket. Enthalten sind unter anderem 1.000 Punkte für Onlineshopping, ein 15fach-Punkte-Coupon bei Expedia, ein 10-Euro-Gutschein für MILES Carsharing und 500 Punkte für den PAYBACK Prämienshop. Zu welchen Bedingungen die Coupons einlösbar sind – Mindestumsatz, Gültigkeit, teilnehmende Shops – ist noch nicht veröffentlicht.
Monatliche Extra Punkte. Ab 3.500 Euro Monatsumsatz gibt es 250 Extra Punkte, ab 5.000 Euro Monatsumsatz 1.000 Extra Punkte. Die Stufen sind nicht kumulativ: Wer 5.000 Euro umsetzt, bekommt 1.000 Punkte, nicht 1.250.
Beides gab es bei MAX nicht. Für sich genommen ist das eine echte Erweiterung.
Die Obergrenze – hier lohnt sich das Nachrechnen
Bisher galt: Je mehr du mit der Karte zahlst, desto stärker rechnet sich die Option. Das ist ab Oktober vorbei.
Ab 20.000 Euro Jahresumsatz greift die Verdopplung nicht mehr. Du sammelst dann 1 Punkt je 3 Euro – also exakt das, was die kostenlose PAYBACK American Express ohne jede Zusatzoption auch liefert. Für jeden Euro oberhalb dieser Grenze zahlst du 35 Euro im Jahr für nichts.
Was das konkret bedeutet, bei einem Punktwert von einem Cent:
Break-even der Option: Du brauchst rund 10.500 Euro Jahresumsatz, damit die zusätzlichen Punkte die 35 Euro Gebühr decken.
Maximaler Vorteil aus der Sammelrate: Bei 20.000 Euro Umsatz bringt die Option rund 6.700 zusätzliche Punkte, also etwa 67 Euro. Abzüglich Gebühr bleiben rund 32 Euro. Mehr geht über die Sammelrate nicht mehr, egal wie viel du zahlst.
Der Sweetspot liegt damit ab Oktober in einem klar umrissenen Korridor: zwischen etwa 10.500 und 20.000 Euro Kartenumsatz im Jahr.
Zwei Rechenbeispiele
Beispiel 1 – 5.000 Euro Umsatz pro Monat, gleichmäßig verteilt (60.000 Euro im Jahr): 40.000 Euro laufen künftig ohne Verdopplung. Das sind rund 13.300 Punkte weniger als bisher, also etwa 133 Euro. Dagegen stehen 12 × 1.000 Extra Punkte, also 12.000 Punkte oder rund 120 Euro. Plus Gutscheinpaket. Unter dem Strich etwa ein Nullsummenspiel, je nach Wert der Coupons leicht positiv.
Beispiel 2 – 30.000 Euro im Jahr, aber ungleichmäßig verteilt: Wer im Schnitt 2.500 Euro im Monat zahlt und die 3.500-Euro-Schwelle nur selten reißt, verliert rund 3.300 Punkte durch die Deckelung und bekommt kaum Extra Punkte zurück. Hier muss das Gutscheinpaket den Ausgleich schaffen.
Der Grund für den Unterschied: Die Extra Punkte hängen am Monatsumsatz, die Deckelung am Jahresumsatz. Wer ungleichmäßig zahlt – ein großer Monat, dann drei kleine – reißt die Monatsschwellen seltener, läuft aber trotzdem in die Jahresgrenze.
Was das für Meilensammler bedeutet
Dieser Punkt geht in den offiziellen Unterlagen komplett unter, ist aber für viele der eigentliche Grund für die Option: PAYBACK-Punkte lassen sich 1:1 zu Miles & More übertragen. Ein Punkt wird zu einer Meile.
Und damit schlägt die Karte die Miles-&-More-Kreditkarten selbst. Die privaten Miles & More Credit Cards – Blue wie Gold – sammeln 1 Meile je 2 Euro Umsatz, also 0,5 Meilen je Euro. Die PAYBACK American Express mit aktivierter Option kommt auf rund 0,67 Meilen je Euro. Für eine Zusatzoption von 35 Euro im Jahr, gegenüber einer Kreditkarte, die als Blue bereits rund 66 Euro und als Gold 138 Euro im Jahr kostet. Welche Miles-&-More-Karten sich trotzdem lohnen und warum, steht bei meinen Miles & More Kreditkarten Empfehlungen.
Private Miles & More Karten sammeln teilweise weniger Meilen als die PAYBACK Amex
Ab Oktober kippt dieses Verhältnis aber ab einer bestimmten Grenze: bis 20.000 Euro Jahresumsatz bleiben es rund 0,67 Meilen je Euro – darüber sind es nur noch rund 0,33. Und damit sammelst du oberhalb der Grenze weniger Meilen als mit einer regulären Miles-&-More-Kreditkarte. Wer die Karte gezielt als Meilenmaschine für hohe Umsätze eingesetzt hat, verliert genau die Eigenschaft, die sie besonders gemacht hat.
(Zur Einordnung: Die Business-Varianten der Miles-&-More-Karten sammeln 1 Meile je Euro und bleiben damit die stärkste Option – allerdings nur für Selbstständige und Freiberufler.)
Was das in Geld bedeutet. Eine Miles-&-More-Meile ist bei einer guten Einlösung rund 2 Cent wert – realistisch erreichbar vor allem bei Prämienflügen in Business oder First Class auf der Langstrecke. Mit diesem Maßstab gerechnet:
Die Kette hat drei Schritte, und die schauen wir uns einmal an einem Beispiel an – 20.000 Euro Kartenumsatz im Jahr, also genau bis zur neuen Grenze:
Vom Euro zum Punkt. Mit aktivierter Option sammelst du 2 Punkte je 3 Euro. Aus 20.000 Euro Umsatz werden rund 13.300 PAYBACK Punkte.
Vom Punkt zur Meile. Der Transfer läuft 1:1. Aus 13.300 Punkten werden also 13.300 Miles & More Meilen.
Von der Meile zum Gegenwert. Bei 2 Cent je Meile entspricht das rund 265 Euro.
Heruntergebrochen auf den einzelnen Euro: Jeder Euro, den du mit der Karte zahlst, ist am Ende rund 1,3 Cent wert. Die Hälfte davon steuert die Zusatzoption bei – ohne sie wären es nur rund 6.700 Meilen und damit etwa 133 Euro. Für diese zusätzlichen 133 Euro Gegenwert zahlst du 35 Euro Gebühr.
Beim Online Shopping sammelst du zusätzliche Punkte bzw. Meilen
Oberhalb der 20.000-Euro-Grenze fällt der erste Schritt auf 1 Punkt je 3 Euro zurück. Aus jedem Euro werden dann nur noch rund 0,67 Cent Gegenwert.
Wichtig ist dabei die Einschränkung, die ich immer dazusage: Die 2 Cent sind ein Zielwert, keine Garantie. Wer Meilen im Prämienshop oder für Economy-Kurzstrecken einlöst, landet deutlich darunter. Der Gegenwert entsteht erst bei der Einlösung, nicht beim Sammeln.
Und obendrauf kommen die Transferboni. Miles & More bietet regelmäßig – erfahrungsgemäß etwa zweimal im Jahr – Bonusaktionen für den Transfer von PAYBACK-Punkten an. Wer seine Punkte für eine solche Aktion aufspart statt sie laufend zu übertragen, hebt den Gegenwert noch einmal spürbar an. Wie so eine Aktion konkret aussieht, habe ich zuletzt beim Transferbonus von Payback zu Miles & More aufgeschrieben. Das ist der Teil, den die Vergleichstabellen nie abbilden.
Wie der Transfer funktioniert und worauf du dabei achten musst, steht im Ratgeber zu Payback als Meilen-Zubringer.
Eine Zusatzoption für 35 Euro rechnet sich nur, wenn die Zahlen stimmen. Ich prüfe jede Karte nach denselben drei Fragen: Was kostet sie wirklich, was bringt sie im Alltag, und wie viel davon nutzt du tatsächlich. Kein Ranking nach Provision.
Meine Einschätzung
Das ist eine Umstellung, wie ich sie aus meiner Zeit in der Bank gut kenne. Vorne stehen drei neue Leistungen, hinten in der Vergleichstabelle steht die Einschränkung. Beides ist sauber kommuniziert – aber die Reihenfolge ist kein Zufall.
Für die meisten Nutzer ist die neue Option besser als die alte. Gleiche Gebühr, gleiche Sammelrate, Gutscheinpaket obendrauf, dazu die Chance auf Extra Punkte. Wer unter 20.000 Euro Jahresumsatz bleibt, gewinnt schlicht dazu.
Die Gruppe, die verliert, ist eine andere: Vielzahler mit schwankenden Monatsumsätzen. Die laufen zuverlässig in die Jahresgrenze, reißen aber die Monatsschwellen nicht. Wenn du zu dieser Gruppe gehörst, ist die ehrliche Frage nicht „widersprechen oder nicht", sondern: Rechnet sich die Option für mich überhaupt noch? Bei einem maximalen Vorteil von rund 32 Euro netto aus der Sammelrate ist das keine rhetorische Frage.
Und unabhängig von der Umstellung gilt weiter, was ich schon immer zu dieser Karte sage: Die 0,67 Prozent Rückvergütung sind nicht der Grund, warum sich die PAYBACK Amex lohnt. Der Grund sind die Punkte-Coupons bei den PAYBACK-Partnern und der Transfer zu Miles & More. Daran ändert die Umbenennung nichts.
Dazu kommt ein Punkt, der in keiner Sammelraten-Tabelle steht und den ich für den unterschätztesten Vorteil der Karte halte: den Schutz vor dem Punkteverfall. PAYBACK-Punkte verfallen nach 36 Monaten, jeweils zum 30. September. Wer die PAYBACK American Express hält, ist davor geschützt. Ich habe in der Bank oft genug erlebt, wie Menschen jahrelang diszipliniert etwas aufbauen und es dann an einer Frist verlieren, die niemand im Kalender hatte. Dieser Schutz hängt an der kostenlosen Karte, nicht an der Zusatzoption – er bleibt also auch dann bestehen, wenn du der Umstellung widersprichst.
Was du als Bestandskunde jetzt wissen musst
Die Umstellung läuft automatisch. Eine aktive Zustimmung ist nicht nötig.
Widerspruch ist möglich – aber nur postalisch oder telefonisch. Nicht per App, nicht per E-Mail. Der Widerspruch wird sofort wirksam.
Wer nicht reagiert, wird umgestellt – automatisch zwei Monate nach Erhalt der Information.
Bereits gezahlte Jahresgebühren werden bei einer Kündigung innerhalb von vier Wochen automatisch anteilig erstattet.
Was ein Widerspruch praktisch bedeutet, ist bisher nicht im Detail erläutert. Naheliegend ist, dass die Zusatzoption endet und die kostenlose PAYBACK American Express Karte normal weiterläuft – der Hinweis auf die anteilige Gebührenerstattung deutet in diese Richtung. Bestätigt ist das nicht. Wer widersprechen will, sollte am Telefon ausdrücklich nachfragen, ob die Karte selbst davon unberührt bleibt.
Ebenfalls offen: Bei PAYBACK MAX sind Tankstellenumsätze von der Verdopplung ausgenommen. Ob diese Ausnahme bei PLUS bestehen bleibt, ist bisher nicht kommuniziert.
Der Zeitplan
| Datum | Was passiert |
|---|---|
| 11.08.2026 | Service-Mail an bestehende PAYBACK MAX Nutzer |
| August – September 2026 | Informations- und Entscheidungsphase für Bestandskunden |
| 13.10.2026 | Offizieller Start von PAYBACK American Express PLUS |
Häufige Fragen
Ändert sich etwas an meiner kostenlosen PAYBACK American Express Karte? Nein. Die Änderung betrifft ausschließlich die kostenpflichtige Zusatzoption. Die Karte selbst bleibt kostenlos und sammelt weiterhin 1 Punkt je 3 Euro Kartenumsatz.
Muss ich etwas tun, damit umgestellt wird? Nein. Die Umstellung erfolgt automatisch. Wer nicht reagiert, wird zwei Monate nach Erhalt der Information umgestellt.
Wird die Option teurer? Nein. Die Jahresgebühr bleibt bei 35 Euro.
Ändert sich die Sammelrate? Bis 20.000 Euro Jahresumsatz nicht: Es bleiben 2 Punkte je 3 Euro. Oberhalb dieser Grenze fällst du auf 1 Punkt je 3 Euro zurück – also auf die Rate der kostenlosen Karte. Diese Obergrenze gab es bei PAYBACK MAX nicht.
Ab welchem Umsatz lohnt sich die Option überhaupt? Rechnerisch ab rund 10.500 Euro Jahresumsatz, denn erst dann decken die zusätzlichen Punkte die 35 Euro Gebühr. Der maximale Vorteil aus der Sammelrate liegt bei rund 32 Euro netto und ist ab 20.000 Euro Umsatz erreicht.
Wie viele Miles & More Meilen sammle ich mit der Karte? PAYBACK-Punkte lassen sich 1:1 zu Miles & More übertragen. Mit aktivierter Zusatzoption sind das rund 0,67 Meilen je Euro Kartenumsatz, bis zur Grenze von 20.000 Euro Jahresumsatz. Zum Vergleich: Die privaten Miles & More Credit Cards sammeln 1 Meile je 2 Euro, also 0,5 Meilen je Euro.
Kann ich der Umstellung widersprechen? Ja, postalisch oder telefonisch. Der Widerspruch wird umgehend wirksam. Was danach genau mit der Zusatzoption und der Karte passiert, hat PAYBACK bisher nicht im Detail erläutert.
Bekomme ich die Jahresgebühr zurück, wenn ich kündige? Bei einer Kündigung innerhalb von vier Wochen wird eine bereits gezahlte PAYBACK MAX Jahresgebühr automatisch anteilig erstattet.
Kartenbedingungen ändern sich meist leise. Neue Obergrenzen, gestrichene Leistungen, umbenannte Produkte – wer davon erst in der Abrechnung erfährt, reagiert zu spät. Ich schreibe dir, was sich ändert und was es für dich bedeutet.
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Stand: 11. August 2026. Die endgültigen Bedingungen von PAYBACK American Express PLUS werden erst zum Start am 13. Oktober 2026 veröffentlicht. Angaben können sich bis dahin ändern – prüfe die Konditionen vor einer Entscheidung.