Miles & More: Sammeln, Status und Einlösen erklärt

Von Marco Zachskorn

Miles and More Logo

Miles & More ist das Vielfliegerprogramm der Lufthansa Group – und für die meisten Menschen im deutschsprachigen Raum der naheliegendste Einstieg ins Meilensammeln. Genau deshalb lohnt sich ein ehrlicher Blick: Das Programm kann viel, hat aber auch Regeln, an denen du ohne Vorbereitung Meilen und Geld liegen lässt.

Ich habe 15 Jahre in der Finanzbranche gearbeitet, sammle selbst bei Miles & More und löse meine Meilen bevorzugt für Business-Class-Flüge ein. Hier erkläre ich dir das Programm komplett: wie du sammelst, was der Status wirklich bringt und wie du beim Einlösen den vollen Wert herausholst.

Das erwartet dich in diesem Ratgeber

Was ist Miles & More?

Miles & More ist das Vielfliegerprogramm der Lufthansa Group und das bekannteste Meilenprogramm im deutschsprachigen Raum. Zur Programmwelt gehören neben Lufthansa unter anderem SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, Eurowings und die hundertprozentige Lufthansa-Tochter Air Dolomiti.

Auch ITA Airways, die gerade schrittweise von der Lufthansa übernommen wird, ist inzwischen Teil von Miles & More. Dazu kommen die Partner der Star Alliance – du kannst also auch auf Flügen mit vielen internationalen Airlines Meilen sammeln und einlösen.

Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Und das Programm reicht längst über das Fliegen hinaus: Meilen entstehen auch bei Hotel- und Mietwagenpartnern, beim Einkaufen und über Kreditkarten. Genau diese Breite macht Miles & More für Gelegenheitsreisende interessant – man muss kein Vielflieger sein, um ein nutzbares Meilenkonto aufzubauen.

Zwei Währungen: Prämienmeilen und Points

Seit der Programmumstellung trennt Miles & More sauber zwischen zwei Währungen – und diesen Unterschied musst du kennen:

  • Prämienmeilen sind die Währung fürs Einlösen: Prämienflüge, Upgrades, Sachprämien. Sie entstehen bei Flügen, bei Partnern, über Payback-Transfers und mit der Kreditkarte.

  • Points (und Qualifying Points) sind die Währung für den Vielfliegerstatus. Sie entstehen nur durch Flüge und entscheiden darüber, ob du Frequent Traveller, Senator oder HON Circle Member wirst.

Praktisch heißt das: Ein volles Meilenkonto bringt dir keinen Status – und Status bringt dir keine Prämienmeilen geschenkt. Wer nur am Boden sammelt (Karte, Payback, Partner), baut Prämienmeilen auf, bleibt aber beim Basisstatus. Das ist völlig in Ordnung, wenn dein Ziel Prämienflüge sind – du solltest es nur wissen, bevor du dich über ausbleibende Statusvorteile wunderst.

Meilen sammeln bei Miles & More

Die wichtigsten Sammelwege im Überblick – die programmübergreifenden Grundlagen findest du in meinem Ratgeber Meilen sammeln:

  • Flüge. Auf Flügen der Lufthansa Group richten sich die Prämienmeilen nach dem Ticketpreis.

    Die Formel: Ticketpreis (Flugpreis plus die von der Lufthansa erhobenen Zuschläge) × Faktor

    Ohne Status gilt Faktor 4 – mit Vielfliegerstatus bis zu Faktor 6, je nachdem, welche Airline den Flug durchführt: Faktor 6 unter anderem bei Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines, Faktor 5 etwa bei Discover Airlines, Eurowings und den übrigen Airline-Partnern. Bei anderen Ticketnummern als denen der Lufthansa Group berechnen sich Meilen weiterhin nach Flugdistanz und Buchungsklasse.

    Wichtig: Meilennummer bei jeder Buchung angeben – auch bei Star-Alliance-Flügen.

Websiteansicht Payback Online Shopping

Payback bietet viele Möglichkeiten Miles & More Meilen zu sammeln

  • Payback-Transfer. Der unterschätzte Weg für alle, die wenig fliegen: Payback-Punkte aus dem Alltagseinkauf lassen sich im Verhältnis 1:1 zu Miles & More übertragen. Regelmäßig gibt es Transferboni – aktuelle Aktionen findest du in meinem Blog.

  • Hotel-, Mietwagen- und Shoppingpartner. Von der Hotelbuchung bis zum Online-Einkauf über Partnerangebote – die Raten variieren, aber die Wege kosten nichts extra.

  • Kreditkarten. Für viele der stärkste Sammelweg: Die Miles & More Kreditkarten (seit Oktober 2025 von der Deutschen Bank herausgegeben) schreiben Meilen direkt auf dein Konto – und schützen es nebenbei vor dem Verfall. Welche Karte was kann und für wen sie sich lohnt, liest du auf meiner Detailseite zu den Miles & More Kreditkarten.

Der Status: Frequent Traveller, Senator, HON Circle

Miles & More kennt drei Statuslevel oberhalb des Basisstatus – und sie sind der Grund, warum manche Menschen ihre Flüge strategisch buchen:

  • Frequent Traveller – der Einstiegsstatus, unter anderem mit Lounge-Zugang bei Lufthansa-Group-Flügen und mehr Freigepäck.

  • Senator – die zweite Stufe, unter anderem mit Senator-Lounges, höherer Wartelisten-Priorität und weiteren Vorteilen.

  • HON Circle – die Top-Stufe für extreme Vielflieger, mit First-Class-nahen Annehmlichkeiten.

Erreicht wird der Status über Points und Qualifying Points aus Flügen, jeweils innerhalb eines Kalenderjahres. Die Schwellen kompakt: Frequent Traveller ab 650 Points und 325 Qualifying Points, Senator ab 2.000 Points und 1.000 Qualifying Points, HON Circle ab 6.000 HON Circle Points.

Beinfreiheit alte Lufthansa Business Class

Die alte Lufthansa Business Class bringt nicht wirklich viel Privatsphähre

Meine ehrliche Einordnung: Für Gelegenheitsflieger ist der Status kein realistisches Ziel – und das ist okay. Jag ihm nicht hinterher, indem du Flüge buchst, die du sonst nicht gebucht hättest. Ein Status, für den du draufzahlst, ist kein Vorteil, sondern Marketing, das funktioniert hat. Wer Lounge-Zugang will, ohne Vielflieger zu sein, kommt über bestimmte Kreditkarten oft günstiger ans Ziel – mehr dazu in meinem Ratgeber Lounge-Zugang mit Kreditkarten.

Meilen einlösen bei Miles & More

Die programmübergreifenden Grundregeln – Wertrechnung, Zuzahlungen, Verfügbarkeit – findest du in meinem Ratgeber Meilen einlösen.Speziell bei Miles & More sind diese Wege relevant:

  • Prämienflüge. Der beste Standard-Einsatz: Flüge mit Lufthansa Group und Star-Alliance-Partnern gegen Meilen plus Steuern und Gebühren. Den höchsten Gegenwert pro Meile bringen in der Regel Business und First auf der Langstrecke.

  • Meilenschnäppchen. Lange der beliebteste Weg zu einem überdurchschnittlichen Meilenwert: monatlich wechselnde, vergünstigte Prämienflug-Angebote. Seit der Programmumstellung sind die Meilenschnäppchen allerdings kaum noch relevant – die Angebote haben deutlich an Attraktivität verloren. Ich erwähne sie trotzdem, weil viele noch gezielt danach suchen: Verlass dich nicht auf sie, sondern rechne jede Einlösung selbst durch.

SWISS Business Class Boeing 777

Meilenschnäppchen waren eine lange Zeit eine sehr beliebte Einlösemöglichkeit

  • Upgrades. Von Economy in die Business – inzwischen auf fast allen Strecken und mit nahezu jedem Ticket möglich, mit wenigen Ausnahmen und je nach Strecke und Ticket unterschiedlichen Upgrade-Preisen. Trotzdem gilt: rechne nach. Ein direkt gebuchter Prämienflug bringt häufig mehr Wert pro Meile als das Upgrade.

  • WorldShop und Sachprämien. Möglich, aber meist der schwächste Einsatz – der Gegenwert pro Meile liegt hier in der Regel deutlich unter dem eines Prämienflugs. Sinnvoll fast nur als Notausgang, bevor Meilen verfallen.

Der Miles & More Meilenverfall – und wie du ihn verhinderst

Der Punkt, an dem die meisten Meilen sterben: Prämienmeilen verfallen bei Miles & More nach 36 Monaten, wenn kein Schutzmechanismus greift.

Geschützt sind die Meilen unter anderem, wenn du einen Vielfliegerstatus hast – oder eine Miles & More Kreditkarte mit Meilenschutz aktiv nutzt. Gerade der Kreditkarten-Schutz ist für Wenigflieger relevant: Er macht aus einem Programm mit Verfallsdruck ein entspanntes Langzeit-Sparen auf den Prämienflug.

💡Mein Rat unabhängig vom Schutz: Sammle mit Ziel und lös ein. Meilen sind kein Sparbuch – Programme können Prämienpreise jederzeit anheben, und dann sind gehortete Meilen weniger wert als gestern.

Für wen sich Miles & More lohnt – und für wen nicht

Miles & More lohnt sich, wenn du ohnehin überwiegend mit der Lufthansa Group oder Star-Alliance-Airlines fliegst – dann sammelst und löst du dort ein, wo du sowieso unterwegs bist. Es lohnt sich auch für Wenigflieger mit Ziel: Wer über Payback, Partner und Kreditkarte konsequent in ein Konto sammelt, kommt auch ohne Vielfliegerei zum Prämienflug.

Thunfischvorspeise mit Brot Salat Lufthansa Business Class

Die Thunfischvorspeise solltet ihr euch bei einem Lufthansa Business Class Flug nicht entgehen lassen

Dazu kommt das Mileage Pooling: Du kannst deine Meilen mit Familie oder Freunden gemeinsam in einem Pool sammeln – gerade für Haushalte, in denen jeder Einzelne nur wenig sammelt, ein echter Beschleuniger auf dem Weg zur ersten Einlösung.

Es lohnt sich eher nicht, wenn du fast nie ab Deutschland, Österreich oder der Schweiz fliegst, meist bei anderen Allianzen buchst oder keine Lust hast, dich mit Verfallsregeln und Prämiensuche zu beschäftigen. Dann sind flexible Punkteprogramme oder schlicht Cashback die ehrlichere Wahl.

Häufige Fragen (FAQ)

Ja, die Mitgliedschaft kostet nichts. Kosten entstehen erst durch optionale Produkte wie Kreditkarten – die aber für viele Sammler zentral sind, unter anderem wegen des Verfallsschutzes von Meilen.

Ist Miles & More kostenlos?

Über den Payback-Transfer, Hotel-, Mietwagen- und Shoppingpartner sowie die Miles & More Kreditkarten. Für Wenigflieger sind diese Bodenwege meist der Hauptteil des Meilensammelns.

Wie bekomme ich Miles & More Meilen, ohne zu fliegen?

Ja, Prämienmeilen verfallen nach 36 Monaten, wenn kein Schutz greift – etwa durch Vielfliegerstatus oder eine aktiv genutzte Miles & More Kreditkarte mit Meilenschutz. Prüfe deinen Kontostand regelmäßig, verfallene Meilen sind unwiederbringlich weg.

Verfallen Miles & More Meilen?

Prämienmeilen sind zum Einlösen da (Flüge, Upgrades, Prämien), Points zählen ausschließlich für den Vielfliegerstatus und entstehen nur durch Flüge. Ein volles Meilenkonto bringt dir also keinen Status.

Was ist der Unterschied zwischen Meilen und Points?

In der Regel Prämienflüge, mit dem höchsten Gegenwert in Business und First auf der Langstrecke. Die früher beliebten Meilenschnäppchen sind seit der Programmumstellung kaum noch attraktiv. Sachprämien im WorldShop sind meist der schwächste Einsatz.

Was ist die beste Einlösung bei Miles & More?

Du willst bei Miles & More richtig einsteigen? Der stärkste Hebel für die meisten ist die passende Kreditkarte – sie sammelt im Alltag und schützt deine Meilen vor dem Verfall. Hier findest du meine aktuellen Empfehlungen.

Du willst keine Meilen-Aktion verpassen? Newsletter abonnieren →

Marco Zachskorn Portraet

Über den Autor

Marco Zachskorn ist ehemaliger Bankfilialleiter, M.Sc. Business Administration und zertifizierter Coach. Nach 15 Jahren in der Finanzbranche – unter anderem als Geschäftsstellenleiter einer Bank und Führungskraft im Vertrieb – erklärt er heute, wie das Finanzsystem wirklich funktioniert: verständlich, ehrlich und ohne versteckte Agenda. Auf seinem YouTube-Kanal zeigt er, wie du bei Konten, Kreditkarten und Meilen das Beste für dich rausholst.

Mehr über mich → · Zum YouTube-Kanal →