Miles & More Kreditkarten im Vergleich: Blue, Gold und MyFlex
Von Marco Zachskorn · Stand: September 2026
Die Miles & More Kreditkarten sind in Deutschland der bekannteste Weg, im Alltag Meilen zu sammeln. Aber es gibt nicht die Miles & More Kreditkarte, sondern eine ganze Familie: drei Modelle für Privatkunden, zwei für Selbstständige, dazu Varianten für Statuskunden. Die Unterschiede liegen im Preis, im Versicherungspaket, in der Sammelrate und beim Meilenverfall.
Ich habe 15 Jahre in der Finanzbranche gearbeitet und sammle selbst bei Miles & More. Auf dieser Seite erkläre ich dir, was alle Karten gemeinsam haben, wo sie sich unterscheiden und welches Modell zu welchem Nutzertyp passt. Die Details zu jeder einzelnen Karte findest du auf den verlinkten Produktseiten, meine konkrete Kaufempfehlung auf der Empfehlungsseite.
Miles & More Kreditkarte: DKB war gestern, heute gibt die Deutsche Bank aus
Wenn du nach „Miles & More Kreditkarte DKB" suchst, bist du hier trotzdem richtig – nur mit einer Korrektur: Die DKB gibt die Karten nicht mehr aus. Seit Oktober 2025 ist die Deutsche Bank AG der Herausgeber der Miles & More Kreditkarten. Die Karten laufen als Mastercard.
Die Kartenfamilie selbst ist nicht neu – Blue, Gold und die Business-Varianten gab es in dieser Form schon bei der DKB. Neu ist der Herausgeber, und der Wechsel lief nicht automatisch: Wer seine DKB-Karte behalten wollte, musste die Karte bei der Deutschen Bank neu beantragen.
Karten von der DKB wurden nicht automatisch zur Deutschen Bank migriert
Das Angebot heute: Blue, Gold und MyFlex für Privatkunden, Blue Business und Gold Business für Selbstständige, plus die Statuskarten Frequent Traveller, Senator und HON Circle, die einen aktiven Vielfliegerstatus voraussetzen. Die Statuskarten lasse ich hier bewusst außen vor – wer den Status hat, kennt sein Angebot.
Marcos Einschätzung: Der Start bei der Deutschen Bank kam spät und zunächst ohne echte Neuerungen – die Karten wurden im Wesentlichen eins zu eins übernommen. Seitdem kommen Features Stück für Stück dazu. Wer die Karten von der DKB kennt, sollte die Konditionen deshalb nicht aus der Erinnerung beurteilen, sondern neu lesen.
Das Programm selbst – wie Meilen entstehen, was der Status bringt, wie du einlöst – erkläre ich auf meiner Seite zum Miles & More Programm. Hier geht es nur um die Karten.
Die gemeinsame Basis: So funktionieren alle Miles & More Kreditkarten
Bevor wir vergleichen, die Mechanik, die für jede Karte der Familie gilt:
Sammelrate bei Privatkarten: 1 Meile pro 2 Euro Umsatz. Das gilt für Blue, Gold und MyFlex gleichermaßen – der Preis der Karte ändert die Sammelrate nicht. Wer bei Partnern wie Avis oder im Worldshop bezahlt, bekommt zusätzliche Meilen obendrauf.
Sammelrate bei Business-Karten: 1 Meile pro 1 Euro. Selbstständige und Freiberufler sammeln mit der Blue Business und Gold Business doppelt so schnell – zum selben Kartenpreis. Das ist der größte einzelne Hebel in der ganzen Kartenfamilie, und er wird erstaunlich selten erwähnt.
Meilen direkt aufs Konto. Keine Transfers, keine Umwege – die Meilen landen automatisch auf deinem Miles & More Konto.
MilesPay. Mit allen Karten kannst du Umsätze nachträglich mit Meilen bezahlen. Der Gegenwert pro Meile ist dabei niedrig – als Notausgang für Restmeilen okay, als Strategie nicht.
Auslandseinsatzentgelt: 1,95 % auf alle Umsätze in Fremdwährung. Das gilt für jede Karte der Familie. Ich sage es hier so deutlich, weil es der häufigste Fehler ist: Wer die Karte im Urlaub außerhalb der Eurozone einsetzt, zahlt fast zwei Prozent drauf – und sammelt dafür gerade mal eine halbe Meile pro Euro. Fürs Bezahlen in Fremdwährung gehört eine zweite, gebührenfreie Karte ins Portemonnaie. Welche das sein kann, steht in meinem Ratgeber zu Reisekreditkarten.
Bargeld kostet. 2 % vom Betrag, mindestens 5 Euro pro Abhebung – bei Fremdwährung kommen die 1,95 % dazu. Die Gold erlässt das Abhebeentgelt für zwei Abhebungen pro Jahr außerhalb Deutschlands, das Auslandseinsatzentgelt bleibt. Diese Karten sind keine Bargeldkarten.
Kartenpreis in Meilen zahlen. Bei Blue und Gold kannst du den monatlichen Kartenpreis statt in Euro auch mit Meilen begleichen. Rechne das durch, bevor du es aktivierst – meist ist der Meilenwert beim Prämienflug höher.
Miles & More Blue, Gold und MyFlex im Vergleich
Die Tabelle zeigt die Standardkonditionen ohne befristete Aktionen. Die tagesaktuellen Konditionen findest du auf der jeweiligen Produktseite.
| MyFlex | Blue | Gold | |
|---|---|---|---|
| Kartenpreis (monatlich) | 0 € | 5,50 € oder 1.650 Meilen | 11,50 € oder 3.450 Meilen |
| Meilen pro Umsatz | 1 Meile / 2 € | 1 Meile / 2 € | 1 Meile / 2 € |
| Schutz vor Meilenverfall | – | ✓ | ✓ |
| Reiseversicherungen | – | – | ✓ |
| Rückzahlung | Teilzahlung (mind. 10 %), 100 % per Überweisung möglich | Vollabbuchung, Teilzahlung optional | Vollabbuchung, Teilzahlung optional |
| Auslandseinsatzentgelt | 1,95 % | 1,95 % | 1,95 % |
| Extras | – | Worldshop-Bonusmeilen, Avis-Vorteile, Wolt+ (6 Monate) | Marriott Bonvoy Silver, Meilentausch in Status-Points, Flexiroam-Datenvolumen, 2 Bargeldabhebungen im Ausland ohne Abhebeentgelt, Wolt+ |
| Für wen | Nur Angestellte, keine Selbstständigen | Privat und Business-Variante | Privat und Business-Variante |
Business-Karten: Blue Business und Gold Business kosten dasselbe wie die Privatkarten (5,50 € bzw. 11,50 € monatlich), sammeln aber 1 Meile pro 1 Euro. Die Leistungspakete entsprechen der jeweiligen Privatkarte; Teilzahlung gibt es bei Business-Karten nicht. Beantragen können sie Selbstständige und Freiberufler.
Gold und Blue gibt es auch in der Business Variante
Aktuelle Aktionen:
Willkommensbonus bis 31.12.2026: Gold 4.000 Meilen + 40 Points, Blue 500 Meilen + 40 Points (Blue Business 1.000 Meilen + 40 Points). Gilt für Neukunden ohne Deutsche-Bank-Miles-&-More-Karte in den letzten 12 Monaten und bei mindestens 12 Monaten Vertragslaufzeit.
Blue: bei Antrag bis 30.09.2026 zwölf Monate ohne Kartenpreis.
Guthabenverzinsung 2,1 % p. a. auf Blue und Gold, befristet bis 30.11.2026.
Fast Lane zum Frequent Traveller Status: Inhaber einer Gold Credit Card können bis 30.09.2026 den Status für 650 Euro oder 80.000 Meilen kaufen, gültig bis Ende Februar 2027. Ob sich das rechnet, steht im Beitrag Miles & More Frequent Traveller Status kaufen.
Marcos Einschätzung: Die Sammelrate ist bei allen Privatkarten gleich. Du zahlst mit der Gold also nicht für mehr Meilen, sondern für das Versicherungspaket und die Extras. Und die MyFlex ist nicht „die Gratisversion der Blue" – sie ist ein anderes Produkt mit anderer Rückzahlungslogik. Beides musst du wissen, bevor du vergleichst.
Die Miles & More Kreditkarten im Einzelnen
Miles & More Gold Credit Card
Das Vollpaket der Familie: Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung, Auslandsreisekrankenversicherung, Mietwagen-Zusatzversicherung, 24-Stunden-Assistance. Dazu Marriott Bonvoy Silver Elite Status, die Möglichkeit, jährlich bis zu 25.000 Kartenmeilen in 100 Points und 100 Qualifying Points für den Vielfliegerstatus zu tauschen, und Meilenschutz. 11,50 Euro im Monat sind 138 Euro im Jahr – das rechnet sich nur, wenn du die Versicherungen tatsächlich nutzt statt sie anderweitig zu bezahlen.
Miles & More Blue Credit Card
Die Mittelklasse: dieselbe Sammelrate wie die Gold, Meilenschutz, aber keine Versicherungen. Für 5,50 Euro im Monat kaufst du dir im Kern zwei Dinge – den Verfallsschutz für dein Meilenkonto und die Möglichkeit, den Kartenpreis in Meilen zu zahlen. Wer seine Reiseversicherungen ohnehin woanders hat, findet hier das schlankere Paket.
Miles & More MyFlex Credit Card
Die Karte ohne Kartenpreis – aber mit einem Haken, den du kennen musst: Die MyFlex ist eine Teilzahlungskarte. Die Bank bucht standardmäßig nur einen Teil deiner Umsätze ab (mindestens 10 Prozent oder 50 Euro), der Rest wird verzinst. Du kannst die Tilgungsrate auf bis zu 50 Prozent stellen oder den Saldo jeden Monat komplett per Überweisung ausgleichen – dann fallen keine Zinsen an. Mein Grundsatz gilt hier wie bei jeder Kreditkarte: Den Kreditrahmen nicht nutzen, bei der nächsten Abrechnung alles bezahlen. Wer das nicht diszipliniert macht, zahlt über die Zinsen schnell mehr als den Kartenpreis der Blue. Kein Meilenschutz, keine Extras, nur für Angestellte.
Miles & More Blue Business und Gold Business
Für Selbstständige und Freiberufler: gleiche Preise, gleiche Leistungspakete wie Blue und Gold – aber 1 Meile pro Euro statt pro 2 Euro. Wer betriebliche Ausgaben über die Karte laufen lässt, verdoppelt damit sein Sammeltempo. Keine Teilzahlung, was bei einer Geschäftskarte ohnehin die richtige Einstellung ist.
Welche Miles & More Kreditkarte passt zu welchem Nutzertyp?
Die Frage nach der besten Miles & More Kreditkarte führt in die Irre. Jede der drei Karten passt zu einem bestimmten Nutzertyp – und zu den anderen nicht. Finde dich hier wieder:
Du sammelst hauptsächlich am Boden und fliegst selten. Dein Hauptproblem ist der Meilenverfall nach 36 Monaten. Dann brauchst du eine Karte mit Meilenschutz – Blue oder Gold. Die MyFlex löst dein Problem nicht.
Du reist mehrmals im Jahr und willst Versicherungen nicht separat kaufen. Dann ist die Gold der Kandidat – aber nur, wenn du die Versicherungsbedingungen gelesen hast und weißt, was sie abdecken. Ein Versicherungspaket, das du nie brauchst, sind 138 Euro im Jahr für nichts.
Du willst null Fixkosten und hast dein Zahlungsverhalten im Griff. Dann kann die MyFlex funktionieren – vorausgesetzt, du gleichst jeden Monat vollständig aus. Ohne diese Disziplin ist sie die teuerste Karte der Familie.
Du bist selbstständig. Dann ist die Frage nicht Blue oder Gold, sondern Business oder nicht. Die doppelte Sammelrate schlägt jedes andere Argument.
Du bist Vielflieger mit Status. Dann gehörst du zu den Statuskarten, nicht in diese Übersicht.
Was für dich konkret die richtige Wahl ist und welche Karte ich selbst empfehle, steht auf meiner Empfehlungsseite:
Häufige Fragen (FAQ)
Wer gibt die Miles & More Kreditkarte aus – DKB oder Deutsche Bank?
Seit Oktober 2025 die Deutsche Bank AG. Die DKB ist nicht mehr Herausgeber. Alle aktuellen Karten laufen als Mastercard.
Was ist der Unterschied zwischen Miles & More Blue und Gold?
Die Sammelrate ist identisch. Die Gold kostet gut das Doppelte und bringt dafür das Versicherungspaket, Marriott Bonvoy Silver, den Meilentausch in Status-Points und weitere Extras. Wer keine Versicherungen braucht, zahlt bei der Gold für Leistungen, die er nicht nutzt.
Der Kartenpreis ist null. Aber die MyFlex ist eine Teilzahlungskarte: Ohne vollständigen monatlichen Ausgleich per Überweisung fallen Zinsen auf den offenen Saldo an. Kostenlos ist sie nur bei konsequenter Vollzahlung.
Ist die MyFlex wirklich kostenlos?
Mit Blue und Gold (privat und Business) sind deine Meilen ab Kartenausstellung unbegrenzt gültig, unabhängig vom Umsatz. Nach Kündigung greift wieder die reguläre 36-Monats-Regel, mit einer Karenzzeit. Die MyFlex bietet keinen Meilenschutz.
Verfallen meine Meilen mit einer Miles & More Kreditkarte?
Zu einer Hauptkarte kannst du Partnerkarten und Zusatzkarten beantragen (Partnerkarte Blue 4,40 Euro, Gold 7,90 Euro monatlich). Eine Partnerkarte setzt eine gleich- oder höherwertige Hauptkarte voraus.
Kann ich mehrere Miles & More Kreditkarten haben?
Lohnt sich die Miles & More Kreditkarte für Selbstständige?
Eher als für Privatkunden: Die Business-Varianten sammeln 1 Meile pro Euro, also doppelt so schnell wie die Privatkarten, zum selben Preis.
Kann ich die Miles & More Kreditkarte im Ausland nutzen?
Ja, aber mit 1,95 % Auslandseinsatzentgelt bei Fremdwährung. Für Umsätze außerhalb der Eurozone ist eine zweite, gebührenfreie Karte die bessere Wahl.
Zuletzt im Blog: Miles & More Kreditkarten
Aktionen bei den Miles & More Kreditkarten kommen und gehen – Willkommensboni, Gutscheine, Statusangebote. Hier die letzten Beiträge dazu; die Konditionen dort gelten für den jeweils genannten Zeitraum.
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Über den Autor
Marco Zachskorn ist ehemaliger Bankfilialleiter, M.Sc. Business Administration und zertifizierter Coach. Nach 15 Jahren in der Finanzbranche – unter anderem als Geschäftsstellenleiter einer Bank und Führungskraft im Vertrieb – erklärt er heute, wie das Finanzsystem wirklich funktioniert: verständlich, ehrlich und ohne versteckte Agenda. Auf seinem YouTube-Kanal zeigt er, wie du bei Konten, Kreditkarten und Meilen das Beste für dich rausholst.