Miles & More Gold Kreditkarte – das Vollpaket, das sich nur für Reisende rechnet
Von Marco Zachskorn · Stand: September 2026
Die Miles & More Gold Kreditkarte ist die teuerste Karte der Miles & More Familie ohne Vielfliegerstatus – 11,50 Euro im Monat, also 138 Euro im Jahr. Dafür bekommst du Meilenschutz, ein Reiseversicherungspaket der Allianz, Marriott Bonvoy Silver Status und ein paar Extras, die im Alltag mehr taugen als auf dem Papier.
Ich habe 15 Jahre in der Finanzbranche gearbeitet, sammle selbst bei Miles & More und habe die Versicherungsbedingungen komplett gelesen. Hier erfährst du, was die Gold wirklich leistet, wo die Versicherungen Lücken haben und für wen sich 138 Euro im Jahr tragen.
Passt die Gold zu dir? Ein Beispiel: Jonas, 41, Angestellter, 2.500 Euro Kartenumsatz im Monat, drei bis vier Reisen im Jahr, davon eine Fernreise mit Mietwagen. Er zahlt seine Flüge, Hotels und den Mietwagen komplett mit der Karte. Für ihn deckt die Gold Reiserücktritt, Auslandskrankenschutz und Mietwagen-Selbstbeteiligung ab – Versicherungen, die er sonst einzeln kaufen würde. Dazu 15.000 Meilen im Jahr, die nicht verfallen. Bei diesem Profil trägt sich die Karte. Wer nur einmal im Jahr nach Mallorca fliegt und keinen Mietwagen nimmt, hat dieses Profil nicht.
Das erwartet dich in diesem Ratgeber
Die Basisdaten & Miles & More Gold Kreditkarte Kosten
Bevor wir in die Details gehen, hier die wichtigsten harten Fakten zur Karte auf einen Blick:
Herausgeber: Deutsche Bank AG (seit Oktober 2025, davor DKB), Mastercard
Miles & More Gold Kreditkarte Kosten: 11,50 € im Monat (138 € im Jahr), wahlweise 3.450 Meilen monatlich statt Euro
Partnerkarte: 7,90 € im Monat
Meilen sammeln: 1 Meile pro 2 € Kartenumsatz
Meilenschutz: Ja – alle Meilen ab Kartenausstellung unbegrenzt gültig, unabhängig vom Umsatz
Versicherungen: Reiserücktritt/-abbruch, Auslandsreisekranken inkl. Rücktransport, Mietwagen-Zusatz, 24-h-Assistance, Telemedizin
Auslandseinsatzentgelt: 1,95 % bei Fremdwährung
Bargeld: 2 %, mind. 5 € pro Abhebung – die ersten zwei Abhebungen pro Kalenderjahr außerhalb Deutschlands ohne dieses Entgelt
Rückzahlung: Vollabbuchung vom Girokonto, Teilzahlung optional
Besonderheit: Meilentausch – bis zu 25.000 Kartenmeilen pro Jahr in 100 Points + 100 Qualifying Points für den Vielfliegerstatus
Miles & More ist das beliebteste Vielfliegerprogramm im DACH-Raum
Aktuelle Aktionen:
Willkommensbonus 4.000 Meilen + 40 Points bei Antrag bis 31.12.2026 (Neukunden ohne Deutsche-Bank-Miles-&-More-Karte in den letzten 12 Monaten, mindestens 12 Monate Laufzeit, kein Vielfliegerstatus zum Antragszeitpunkt)
Guthabenverzinsung 2,1 % p. a. bis 30.11.2026
Fast Lane: Frequent Traveller Status für Gold-Inhaber bis 30.09.2026 für 650 € oder 80.000 Meilen kaufen, gültig bis Ende Februar 2027 – ob sich das rechnet, steht im Beitrag Miles & More Frequent Traveller Status kaufen
Kommen wir zum wichtigsten Teil: Was hast du konkret davon?
Das Versicherungspaket
Reiserücktritt und Reiseabbruch bis 5.000 € pro Reise. Wenn du die Reise komplett mit der Karte bezahlst, sind Stornokosten bei Krankheit, Unfall, Tod eines Familienmitglieds, Jobverlust und einer langen Liste weiterer Ereignisse versichert. Mitversichert sind Partner im selben Haushalt, Kinder bis 25 und bis zu vier Mitreisende.
Auslandsreisekrankenversicherung ohne Summenbegrenzung. Notfallbehandlung, Zahnnotfall, Krankenrücktransport – unbegrenzt, bis 90 Tage pro Reise. Und das Beste: Sie gilt unabhängig davon, ob du die Reise mit der Karte bezahlt hast. Allein diese Leistung ersetzt eine separate Jahres-Auslandskrankenversicherung.
Mietwagen-Zusatzversicherung bis 75.000 €. Deckt die Selbstbeteiligung des Vermieters bei Schaden oder Diebstahl, wenn du die Miete mit der Karte bezahlst. Für Mietwagenfahrer der Grund, die Gold zu nehmen.
24-h-Assistance und Telemedizin. Arztvermittlung, Dolmetscher, Hilfe bei verlorenen Dokumenten – und ein Videogespräch mit einem Arzt, wenn du im Ausland unsicher bist, ob du weiterreisen kannst.
Meilen und Status
Meilenschutz. Deine Prämienmeilen verfallen nicht, solange die Karte läuft. Für Wenigflieger der eigentliche Grund, überhaupt eine Miles & More Karte zu halten.
Meilentausch in Status-Points. Einmal pro Jahr kannst du bis zu 25.000 Kartenmeilen in 100 Points und 100 Qualifying Points tauschen. Das reicht allein nicht für den Frequent Traveller (650 Points / 325 Qualifying Points) – aber es kann die Lücke schließen, wenn du knapp darunter liegst.
Marriott Bonvoy Silver Elite Status für die Kartenlaufzeit – nach Verknüpfung der Konten.
Alltag und Reise
Flexiroam-Datenvolumen: fünfmal im Jahr 1 GB für je 5 Tage kostenlos, plus 30 % Rabatt auf weitere Datenpakete. Auf Kurztrips außerhalb der EU spart das die Roaming-Rechnung.
Wolt+ inklusive und doppelte Meilen auf Wolt-Bestellungen mit der Karte.
Zwei Bargeldabhebungen im Jahr außerhalb Deutschlands ohne das Abhebeentgelt von 2 %.
Avis-Vorteile: 5 Meilen pro Euro, mindestens 1.000 Meilen pro Anmietung, ein Jahr Avis Preferred Plus Status.
Miles & More Gold Kreditkarte Vorteile: Warum sich die Karte schnell rechnet
Miles & More Gold Kreditkarte Nachteile: Hier musst du aufpassen
Keine Karte ist perfekt. Es gibt ein paar Fallstricke, die du kennen solltest.
138 Euro im Jahr sind viel Geld für eine Sammelrate von einer halben Meile pro Euro. Die Gold sammelt exakt so schnell wie die Blue für 5,50 Euro und die MyFlex für null. Du zahlst nicht für Meilen, du zahlst für Versicherungen und Extras. Wer die nicht nutzt, verbrennt 72 Euro im Jahr gegenüber der Blue.
Auslandseinsatzentgelt von 1,95 %. Ausgerechnet eine Reisekarte verlangt fast zwei Prozent auf jeden Umsatz in Fremdwährung. Bei 3.000 Euro Urlaubsausgaben außerhalb der Eurozone sind das knapp 60 Euro – dafür bekommst du 1.500 Meilen. Kein gutes Geschäft.
Die Versicherungen greifen nur bei Karteneinsatz – zumindest Reiserücktritt, Reiseabbruch und Mietwagen. Wer Flüge über ein Portal mit anderer Karte bucht oder das Hotel vor Ort bar bezahlt, hat für diesen Baustein keinen Schutz.
Selbstbeteiligungen. 10 % des Schadens, mindestens 100 Euro, bei Reiserücktritt und -abbruch. 200 Euro beim Mietwagen. Das ist marktüblich, aber viele wissen es nicht.
Prämienflüge sind kaum rücktrittsversichert. Buchst du mit Meilen, erstattet die Versicherung nur die nicht erstattbaren Steuern und Gebühren – die Meilen selbst nicht.
Kartenpreis in Meilen zahlen ist ein schlechter Tausch. 3.450 Meilen für 11,50 Euro entspricht rund 0,33 Cent pro Meile. Auf einem Business-Class-Prämienflug sind deine Meilen in der Regel deutlich mehr wert.
Bezahl deinen Mietwagen unbedingt mit der Gold Kreditkarte, um versichert zu sein
💡 Marcos Tipp: Nutze die Gold für alles, was du versichert haben willst – Flüge, Hotels, Mietwagen –, und fürs Bezahlen in Fremdwährung eine zweite Karte ohne Auslandseinsatzentgelt. Welche das sein kann, steht in meinem Ratgeber zu Reisekreditkarten. So bekommst du den Versicherungsschutz, ohne im Urlaub draufzuzahlen.
Miles & More Gold Kreditkarte Versicherung: Wo sind die Lücken?
Versicherer ist die AWP P&C S.A. (Allianz Partners). Enthalten sind Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung, Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport, Mietwagen-Zusatzversicherung, 24-h-Assistance und Telemedizin. Klingt vollständig – ist es im Kern auch. Bevor du dich blind darauf verlässt, solltest du aber diese Punkte kennen:
Karteneinsatz-Pflicht bei Rücktritt, Abbruch und Mietwagen. Die Reise muss vollständig mit der Karte bezahlt sein. Bezahlst du nur Teile (weil ein Anbieter keine Karte nimmt), sind nur diese Teile versichert. Die Krankenversicherung gilt dagegen ohne Karteneinsatz.
Nur im Ausland. Krankenversicherung und Telemedizin gelten nur außerhalb deines Wohnsitzlandes. Die Reiserücktrittsversicherung gilt weltweit, auch bei Reisen in Deutschland – ab 50 km Entfernung oder mit Übernachtung.
Zeitgrenzen. Krankenversicherung maximal 90 Tage pro Reise, Mietwagen-Schutz maximal 30 Tage Mietdauer. Für Langzeitreisende und Auto-Abos reicht das nicht.
Vorerkrankungen sind ausgeschlossen. Bei der Rücktrittsversicherung gilt eine körperliche Krankheit nur dann als unerwartet, wenn sie in den sechs Monaten vor Buchung nicht behandelt wurde. Bei psychischen Erkrankungen sind es drei Jahre ohne Behandlung. Chronisch Kranke sollten das genau lesen.
48-Stunden-Regel. Tritt ein versichertes Ereignis ein, musst du innerhalb von 48 Stunden stornieren. Wer abwartet, ob es doch noch klappt, zahlt die Differenz selbst.
Mietwagen: keine Haftpflicht, keine Exoten. Versichert ist nur der Schaden am Mietfahrzeug. Ausgeschlossen sind Car-Sharing, Wohnmobile, Fahrzeuge über zehn Jahre, mehr als sieben Sitze und Sportwagenmarken wie Ferrari oder Maserati. Fahrten abseits befestigter Straßen ebenfalls.
Rücktransport nur, wenn medizinisch sinnvoll und vertretbar – nicht auf Wunsch. Das entscheidet der medizinische Dienst der Assistance, nicht du. Und: Immer vorher anrufen, sonst ist die Erstattung gedeckelt.
Leistungen addieren sich nicht. Hast du mehrere Miles & More Karten oder eine Partnerkarte am selben Konto, gilt der Schutz einmal, nicht mehrfach.
Business-Karte: nur Geschäftsreisen. Bei der Gold Business gilt das komplette Paket nur für geschäftlich veranlasste Reisen. Für den Familienurlaub brauchst du die private Gold. Alles zu den Business-Varianten steht auf meiner Seite zur Miles & More Business Kreditkarte.
Marcos Einschätzung: Das Paket ist für eine Kreditkarte dieser Preisklasse solide. Die Auslandskrankenversicherung ohne Karteneinsatz und ohne Summenbegrenzung ist der stärkste Baustein. Die Rücktrittsversicherung ist nur so gut wie deine Zahlungsdisziplin: Alles mit der Karte zahlen, sonst ist der Schutz löchrig.
Miles & More Gold Kreditkarte Extras: Was neben den Versicherungen zählt
Die Extras der Gold sind ehrlich gesagt gemischt. Ein paar davon sind Gold wert, andere sind Marketing.
Meilentausch – nützlich, aber begrenzt. Einmal pro Kalenderjahr kannst du bis zu 25.000 Meilen aus Kartenumsätzen in 100 Points und 100 Qualifying Points tauschen. Für den Frequent Traveller brauchst du 650 Points und 325 Qualifying Points im Jahr. Der Tausch bringt dich also nicht allein zum Status, er kann aber eine Lücke schließen, wenn du durch Flüge knapp darunter liegst. Rechne vorher: 25.000 Meilen sind auf einem Prämienflug meist mehr wert als 100 Points.
Marriott Bonvoy Silver Elite – nice to have. Silver ist die unterste Statusstufe bei Marriott: Bonuspunkte auf Übernachtungen, später Check-out auf Anfrage. Kein Lounge-Zugang, kein garantiertes Upgrade. Für Marriott-Gäste ein netter Zusatz, aber kein Grund, die Gold zu wählen.
Marriott Bonvoy bieten einige interessante Hotels - auch in Europa
Flexiroam und Wolt+ – die unterschätzten Alltagsvorteile. Wer regelmäßig außerhalb der EU unterwegs ist, nutzt das Datenvolumen von Flexiroam tatsächlich – fünf Gigabyte-Pakete im Jahr sparen echte Roaming-Kosten. Und wer ohnehin Wolt bestellt, spart die monatliche Wolt+-Gebühr und sammelt doppelt. Diese beiden Extras können für Nutzer ohne Versicherungsbedarf den Unterschied zur Blue ausmachen – dann aber bitte nachrechnen, ob du sie wirklich nutzt.
Selbstständig? Dann schau dir die Gold Credit Card Business an – gleicher Preis, aber 1 Meile pro Euro statt pro 2 Euro. Alle Details auf meiner Seite zur Miles & More Business Kreditkarte.
Miles & More Gold Kreditkarte Erfahrungen & mein Fazit
Ich nutze die Gold nicht selbst – mein Weg führt über andere Programme. Aber in meinem engeren Umfeld wird sie genutzt, ich beschäftige mich auf YouTube das ganze Jahr mit den Miles & More Karten, und ich bekomme dort regelmäßig Kommentare und Fragen dazu. Die Muster, die sich daraus ergeben, decken sich mit dem, was ich in 15 Jahren Finanzbranche über Kartenversicherungen gelernt habe: Sie sind so gut wie die Disziplin, mit der man sie nutzt.
Ja, die Gold lohnt sich – aber nur, wenn dein Reiseverhalten sich mit den Versicherungsbedingungen deckt. Konkret: mehrere Reisen im Jahr, davon mindestens eine außerhalb der EU oder mit Mietwagen, und du bezahlst deine Reisen konsequent mit der Karte. Dann ersetzt die Gold eine separate Auslandskrankenversicherung, eine Reiserücktrittsversicherung und die Mietwagen-Selbstbeteiligung – Leistungen, die zusammen schnell über 138 Euro im Jahr kosten.
Die Sammelrate ist bei allen privaten Karten gleich
Das Hauptargument ist nicht die Sammelrate, die ist bei allen Miles & More Karten gleich. Es ist die Kombination aus Meilenschutz und einem Versicherungspaket, dessen stärkster Baustein – die Krankenversicherung – sogar ohne Karteneinsatz gilt.
Mein wichtigster Vorbehalt: Wer die Versicherungen nicht nutzt, ist bei der Blue oder der MyFlex besser aufgehoben. Die Extras allein rechtfertigen den Aufpreis nur, wenn du Flexiroam oder Wolt+ tatsächlich regelmäßig nutzt. Und das Auslandseinsatzentgelt bleibt ein Ärgernis, das du mit einer zweiten Karte umgehen musst.
💡 Marcos Tipp
Die Gold ist eine Versicherungs- und Meilenschutzkarte, keine Bezahlkarte fürs Ausland. Nimm sie für Buchungen von Flügen, Hotels und Mietwagen – und kombiniere sie mit einer gebührenfreien Karte für Umsätze in Fremdwährung. Wenn du die Versicherungen nicht brauchst, aber den Meilenschutz willst, schau dir die Miles & More Blue Kreditkarte an.
Alle drei Karten im direkten Vergleich findest du auf meiner Übersicht der Miles & More Kreditkarten, meine konkrete Empfehlung auf der Empfehlungsseite.
Über den Autor
Marco Zachskorn ist ehemaliger Bankfilialleiter, M.Sc. Business Administration und zertifizierter Coach. Nach 15 Jahren in der Finanzbranche – unter anderem als Geschäftsstellenleiter einer Bank und Führungskraft im Vertrieb – erklärt er heute, wie das Finanzsystem wirklich funktioniert: verständlich, ehrlich und ohne versteckte Agenda. Auf seinem YouTube-Kanal zeigt er, wie du bei Konten, Kreditkarten und Meilen das Beste für dich rausholst.