Amex Membership Rewards: Das Punkteprogramm erklärt
Von Marco Zachskorn
Membership Rewards Punkte sind der Grund, warum viele Meilensammler überhaupt eine Amex im Portemonnaie haben. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Meilenprogrammen: Du sammelst keine Meilen, sondern flexible Punkte. In welches Vielflieger- oder Hotelprogramm sie fließen, entscheidest du erst beim Einlösen.
Ich habe 15 Jahre in der Finanzbranche gearbeitet und erkläre dir hier, wie das American Express Membership Rewards Programm funktioniert, wohin du die Punkte übertragen kannst – und wo du sie besser nicht einlöst.
Das erwartet dich in diesem Ratgeber
Was ist das Membership Rewards Programm?
Der große Vorteil: Flexibilität
Punkte sammeln im Membership Rewards Programm
American Express Transferpartner: Wohin du deine Punkte transferieren kannst
Was sind Membership Rewards Punkte wert?
Membership Rewards Punkte einlösen: gute und schlechte Wege
Verfallen Membership Rewards Punkte?
Für wen sich das Membership Rewards Programm lohnt – und für wen nicht
Was ist das Membership Rewards Programm?
American Express Membership Rewards ist das hauseigene Punkteprogramm von Amex. Für Umsätze mit teilnehmenden Amex-Kreditkarten sammelst du Membership Rewards Punkte auf einem Punktekonto. Diese Punkte sind keine Airline-Meilen – sie sind eine eigene Währung, die du später auf verschiedenen Wegen einlösen kannst: durch Übertragung in Vielflieger- und Hotelprogramme, für Reisebuchungen oder gegen Prämien und Gutschriften.
Am Membership Rewards Programm nehmen die Amex Blue, Green, Gold und Platinum teil, jeweils auch in den Business-Varianten. Inzwischen sind auch die BMW Card und die Premium Card Carbon dabei – die beiden führen allerdings ein separates Punktekonto. Alle anderen Karten sammeln auf ein gemeinsames Membership Rewards Konto: Egal, wie viele Amex-Karten du hast, deine Punkte landen an einem Ort. Welche Karte was kann und für wen sie sich lohnt, behandle ich separat im Kreditkarten-Bereich.
Der große Vorteil: Flexibilität
Bei einem klassischen Meilenprogramm legst du dich mit jedem gesammelten Punkt fest – Miles & More Meilen bleiben Miles & More Meilen. Das Membership Rewards Programm dreht das um: Deine Punkte bleiben flexibel, bis du sie brauchst. Erst wenn eine konkrete Einlösung ansteht, überträgst du sie in das Programm, das dir gerade den besten Gegenwert bietet.
Das ist mehr wert, als es klingt. Prämienflug-Verfügbarkeit ist das Nadelöhr jeder Meilenstrategie – und wer nur in einem Programm sammelt, ist von dessen Verfügbarkeit abhängig. Mit flexiblen Punkten suchst du erst den Flug und wählst dann das passende Programm. Dazu kommt: Programme werten ihre Meilen regelmäßig ab. Flexible Punkte verteilen dieses Risiko, statt es auf ein einziges Programm zu konzentrieren.
Membership Rewards Punkte erlauben verschiedene Luxus-Reise-Relebnisse.
Die Kehrseite gehört zur Ehrlichkeit dazu: Der Transfer ist ein zusätzlicher Schritt, er dauert je nach Partner unterschiedlich lange – und er ist eine Einbahnstraße. Einmal übertragene Punkte kommen nicht zurück. Übertrage deshalb nie „auf Vorrat", sondern erst, wenn die Einlösung konkret ist.
Punkte sammeln im Membership Rewards Programm
Der Kern ist simpel: Du zahlst mit einer teilnehmenden Amex Kreditkarte, und dein Umsatz wird in Punkten gutgeschrieben. Die Sammelrate ist bei allen Karten gleich: Ein Euro Umsatz bringt einen Membership Rewards Punkt. Mit dem zubuchbaren Turbo – der allerdings nicht für alle Karten verfügbar ist – werden daraus sogar 1,5 Punkte pro Euro.
Dazu kommen zwei Hebel, die dein Punktekonto deutlich schneller füllen als der reine Alltagsumsatz:
Willkommensboni. Amex vergibt bei Neuabschluss vieler Karten einmalige Punktepakete – regelmäßig auch in erhöhter Form. Konkrete Zahlen nenne ich hier bewusst nicht, sie ändern sich laufend; aktuelle Aktionen findest du in meinem Blog.
Amex Offers und Aktionen. Über das Kartenkonto gibt es immer wieder Bonuspunkte-Angebote bei Partnern – unspektakulär, aber es summiert sich.
Ein Punkt, der oft untergeht: Payback-Punkte lassen sich NICHT zu Membership Rewards übertragen – dieser Weg ist eine Einbahnstraße in die andere Richtung. Umgekehrt geht es nämlich schon: Membership Rewards Punkte lassen sich zu Payback übertragen. Was das bringt, zeige ich dir gleich bei den Transferpartnern.
Das Herzstück des Programms – und der Weg zum besten Gegenwert. Membership Rewards Punkte lassen sich in eine ganze Reihe von Vielflieger- und Hotelprogrammen übertragen. Die meisten Tauschverhältnisse liegen bei 5:4 oder 3:2 – aus fünf Punkten werden also vier Meilen, aus drei Punkten zwei.
Vielfliegerprogramme:
British Airways Club (Avios): 5 Punkte = 4 Avios
Iberia Club (Avios): 5 Punkte = 4 Avios
Qatar Airways Privilege Club (Avios): 3 Punkte = 2 Avios
Flying Blue (Air France/KLM): 5 Punkte = 4 Meilen
SAS EuroBonus: 5 Punkte = 4 Punkte
Cathay: 3 Punkte = 2 Meilen
Delta SkyMiles: 3 Punkte = 2 Meilen
Singapore Airlines KrisFlyer: 3 Punkte = 2 Meilen
Emirates Skywards: 2 Punkte = 1 Meile
American Express Transferpartner: Wohin du deine Punkte transferieren kannst
Es gibt bei Amex mehrere Möglichkeiten Membership Rewards Punkte in Avios zu tauschen.
Hotelprogramme:
Hilton Honors: 1 Punkt = 1 Punkt
Marriott Bonvoy: 3 Punkte = 2 Punkte
Radisson Rewards: 1 Punkt = 2 Punkte
ALL Accor: 3 Punkte = 1 Prämienpunkt
Weitere Transferpartner:
Payback: 3 Punkte = 1 Payback-Punkt
Zwei Dinge musst du dabei wissen:
Miles & More ist in Deutschland KEIN Transferpartner vom Membership Rewards Programm. Wer gezielt auf Lufthansa-Prämienflüge spart, kommt hier nicht direkt ans Ziel. Es gibt einen Umweg über Payback: Membership Rewards Punkte zu Payback übertragen (3:1) und von dort weiter zu Miles & More (1:1) – aus drei Punkten wird so eine Meile. Möglich, aber selten ein guter Tausch. Die Avios-Welt und Flying Blue erreichst du dagegen direkt und zu deutlich besseren Verhältnissen.
Regelmäßig gibt es Transferboni, bei denen Partner zeitweise mehr Meilen pro Punkt gutschreiben. Genau dann sind Übertragungen am wertvollsten – aktuelle Aktionen findest du in meinem Blog.
Was sind Membership Rewards Punkte wert?
Beim Meilenwert rechnest du pro Meile – bei Membership Rewards Punkten musst du einen Schritt weiterdenken. Denn durch das Tauschverhältnis kommen beim Transfer weniger Meilen heraus, als du Punkte einsetzt. Wer nur den Meilenwert betrachtet, rechnet sich seine Einlösung schön. Der ehrliche Maßstab ist der Wert pro Punkt:
Punktwert = (Barpreis des Flugs − Steuern und Gebühren) ÷ eingesetzte Membership Rewards Punkte
Ein Beispiel zum Prinzip:
Ein Prämienflug kostet 30.000 Meilen bei einem Partner mit Tauschverhältnis 5:4. Dafür brauchst du 37.500 Punkte. Kostet der Flug regulär 800 Euro und zahlst du 200 Euro Zuzahlung, liegt der Meilenwert zwar bei 2 Cent – der Punktwert aber nur bei 1,6 Cent. (Rechenbeispiel zur Illustration, keine Programm-Kondition.)
Genau diese Differenz ist der Reibungsverlust des Tauschverhältnisses – und der Grund, warum du immer in Punkten rechnen solltest.
Zur Einordnung: Eine gute Einlösung liegt bei 2 Cent oder mehr pro Punkt. Schwache Einlösungen wie die Verrechnung mit Kartenumsatz oder Shopping bringen dagegen nur etwa 0,4 bis 0,5 Cent pro Punkt. Die Grundlagen der Wertrechnung findest du im Ratgeber Meilen einlösen – für Membership Rewards Punkte gilt sie eben pro Punkt statt pro Meile.
Membership Rewards Punkte einlösen: gute und schlechte Wege
Mit dem Punktwert als Maßstab sieht die Rangfolge so aus:
Stark: Transfer in ein Vielfliegerprogramm + Prämienflug. Der Weg zum höchsten Gegenwert pro Punkt – idealerweise Business oder First auf der Langstrecke, idealerweise mit Transferbonus.
Situativ: Transfer in ein Hotelprogramm. Kann sich lohnen, wenn du das Programm ohnehin nutzt und eine konkrete, hochwertige Einlösung vor Augen hast. Rechne den Gegenwert gegen den Buchungspreis.
Situativ lohnt sich auch mal der Transfer in Hotelprogramme, gerade kombiniert mit Upgrades.
Schwach: Punkte gegen Kartenumsatz, Gutscheine oder Shopping. Bequem, aber mit etwa 0,4 bis 0,5 Cent pro Punkt fast immer der schlechteste Gegenwert. Mein Rat: Finger weg, solange eine Flugeinlösung realistisch ist.
Mein persönliches Vorgehen: Ich behandle Membership Rewards Punkte wie eine Reisewährung mit Wartestellung – sie bleiben auf dem Konto, bis eine konkrete Prämienflug-Gelegenheit oder ein guter Transferbonus kommt. Und einen Transferbonus nutze ich nur, wenn eine Einlösung im jeweiligen Programm absehbar ist – sonst tausche ich flexible Punkte gegen gebundene Meilen ohne Plan. Alles andere wäre Wertvernichtung auf Raten.
Verfallen Membership Rewards Punkte?
Die kurze Antwort: Nein – solange eine deiner Karten aktiv ist und am Membership Rewards Programm teilnimmt, verfallen die Punkte nicht. Das ist ein echter Vorteil gegenüber klassischen Meilenprogrammen mit festen Verfallsfristen – und ein weiterer Grund, warum sich Membership Rewards Punkte als „Wartewährung" eignen.
Aber Vorsicht an einer Stelle: Bei einer Kündigung steht das Punktekonto auf dem Spiel. Meine Empfehlung ist eindeutig: Übertrage deine Punkte in die entsprechenden Programme, BEVOR du kündigst – spätestens in dem Moment, in dem du die Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt erklärst. Sonst war das jahrelange Sammeln umsonst.
Und unabhängig vom Verfall gilt, was ich überall im Meilen-Bereich schreibe: Punkte sind kein Sparbuch. Auch Transferpartner werten ab. Sammle mit Ziel und lös ein.
Für wen sich das Membership Rewards Programm lohnt – und für wen nicht
Es lohnt sich, wenn du flexibel bleiben willst, statt dich auf ein einzelnes Vielfliegerprogramm festzulegen – und wenn du bereit bist, dich mit Transferpartnern und Punktwert-Rechnung zu beschäftigen. Besonders lohnt es sich für alle, die ihre Membership Rewards Punkte gezielt für hochwertige Prämienflüge einsetzen wollen und auf gute Transferbonus-Gelegenheiten warten können.
Das Membership Rewards Programm schätze ich wegen der Flexibilität und hochwertigen Einlösemöglichkeiten sehr.
Es lohnt sich eher nicht, wenn du gezielt und ausschließlich auf Lufthansa-Prämienflüge über Miles & More sparst – dafür ist der fehlende Direkttransfer ein echtes Handicap. Und es lohnt sich nicht, wenn dich das Thema Transfer und Programme überfordert oder nervt: Wer seine Punkte am Ende doch nur gegen Kartenumsatz verrechnet, hätte mit einer Cashback-Karte mehr gehabt – bei weniger Aufwand.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was sind Membership Rewards Punkte wert?
Es gibt keinen festen Wert – er hängt komplett von der Einlösung ab. Eine gute Einlösung bringt 2 Cent oder mehr pro Punkt, typischerweise über den Transfer in ein Vielfliegerprogramm mit anschließendem Prämienflug. Schwache Einlösungen wie Kartenumsatz-Verrechnung oder Shopping liegen nur bei etwa 0,4 bis 0,5 Cent pro Punkt. Rechne jede Einlösung durch – und zwar pro Punkt, nicht pro Meile.
Kann ich Membership Rewards Punkte zu Miles & More übertragen?
Nicht direkt – Miles & More ist in Deutschland kein Transferpartner vom Membership Rewards Programm. Es gibt nur den Umweg über Payback (3 Punkte = 1 Payback-Punkt, dann 1:1 zu Miles & More) – möglich, aber selten ein guter Tausch. Wer gezielt Lufthansa-Meilen sammeln will, ist bei Miles & More direkt besser aufgehoben.
Verfallen Membership Rewards Punkte?
Nein – solange eine deiner Karten aktiv ist und am Membership Rewards Programm teilnimmt. Kritisch wird es bei einer Kündigung: Übertrage deine Punkte in die Zielprogramme, bevor du kündigst – spätestens, wenn du die Kündigung erklärst.
Wann sollte ich Punkte übertragen?
Erst, wenn eine konkrete Einlösung ansteht – idealerweise während eines Transferbonus, und auch dann nur, wenn eine Einlösung im jeweiligen Programm absehbar ist. Der Transfer ist eine Einbahnstraße: Einmal übertragene Punkte kommen nicht zurück und unterliegen dann den Regeln (und dem Verfall) des Zielprogramms.
Welche Amex-Karte brauche ich für Membership Rewards Punkte?
Am Membership Rewards Programm nehmen die Amex Blue, Green, Gold und Platinum teil, jeweils auch als Business-Variante, außerdem die BMW Card und die Premium Card Carbon (beide mit separatem Punktekonto). Die Sammelrate ist überall gleich: 1 Euro = 1 Punkt, mit dem Turbo (nicht für alle Karten verfügbar) 1,5 Punkte pro Euro. Der Unterschied liegt in Gebühren und Leistungen – und genau die schaue ich mir in meinem Kreditkarten-Bereich für jede Karte im Detail an.
Du willst Membership Rewards Punkte sammeln? Dann führt der Weg über die passende Amex-Karte – und da lohnt der genaue Blick auf Gebühren und Leistungen.
Über den Autor
Marco Zachskorn ist ehemaliger Bankfilialleiter, M.Sc. Business Administration und zertifizierter Coach. Nach 15 Jahren in der Finanzbranche – unter anderem als Geschäftsstellenleiter einer Bank und Führungskraft im Vertrieb – erklärt er heute, wie das Finanzsystem wirklich funktioniert: verständlich, ehrlich und ohne versteckte Agenda. Auf seinem YouTube-Kanal zeigt er, wie du bei Konten, Kreditkarten und Meilen das Beste für dich rausholst.