Flying Blue erklärt: Meilen bei Air France und KLM

Von Marco Zachskorn

farbige Flying Blue Status Karten

Flying Blue ist das gemeinsame Vielfliegerprogramm von Air France und KLM – und in der deutschen Meilen-Szene chronisch unterschätzt. Zu Unrecht: Kaum ein Programm macht Prämienflüge so regelmäßig günstig wie Flying Blue mit seinen monatlichen Promo Rewards.

Ich habe 15 Jahre in der Finanzbranche gearbeitet und löse meine Meilen bevorzugt für Business-Class-Flüge ein. Hier erkläre ich dir, wie Flying Blue funktioniert, wie du in Deutschland an die Meilen kommst und wann sich das Programm für dich lohnt.

Das erwartet dich in diesem Ratgeber

Was ist Flying Blue?

Flying Blue ist das Vielfliegerprogramm der Air-France-KLM-Gruppe – gesammelt wird auf Flügen von Air France, KLM und Transavia sowie bei den Partnern der SkyTeam-Allianz, zu der unter anderem Delta, Korean Air und SAS gehören.

Damit besetzt Flying Blue die dritte große Allianz-Welt neben Miles & More (Star Alliance) und der Avios-Familie (oneworld). Für dich heißt das: Die drei Programme konkurrieren weniger, als sie sich ergänzen – welches zu dir passt, entscheiden die Airlines, die du tatsächlich fliegst. Und mit Paris und Amsterdam als Drehkreuzen ist die Air-France-KLM-Welt von Deutschland aus bestens erreichbar.

Flying Blue Meilen und XP: die zwei Währungen

Wie bei Miles & More trennt auch Flying Blue sauber zwischen zwei Währungen:

  • Meilen sind die Währung fürs Einlösen: Prämienflüge, Upgrades und mehr. Sie entstehen bei Flügen, über Partner und per Punktetransfer.

  • XP (Experience Points) sind die Währung für den Vielfliegerstatus. Sie entstehen ausschließlich durch Flüge – gutgeschrieben pro Flugsegment, gestaffelt nach Distanz und Reiseklasse: von 2 XP für einen Inlandsflug in Economy über 5 XP auf der Mittelstrecke bis zu 60 XP für die längste Langstrecke in First. Der Ticketpreis spielt für XP keine Rolle. Ein Nebeneffekt, den Kenner nutzen: Da XP pro Segment zählen, bringen Umsteigeverbindungen mehr XP als Direktflüge – Frankfurt–Amsterdam–New York in Economy ergibt 5 + 10 = 15 XP.

Distanzkategorie Economy Premium Business First
Inland 2 4 6 10
Mittelstrecke
unter 2.000 Meilen
5 10 15 25
Long 1
2.000–3.500 Meilen
8 16 24 40
Long 2
3.500–5.000 Meilen
10 20 30 50
Long 3
über 5.000 Meilen
12 24 36 60

Die Logik kennst du von meiner Miles & More Seite: Ein volles Meilenkonto bringt keinen Status – und wer nur am Boden sammelt, bleibt Basis-Mitglied. Für reine Prämienflug-Sammler ist das völlig in Ordnung.

Flying Blue Meilen sammeln

Die wichtigsten Wege nach Deutschland-Logik sortiert:

  • Flüge. Auf von Air France, KLM und Transavia vermarkteten Flügen richten sich die Meilen nach dem Ticketpreis. Die Formel: Netto-Ticketpreis × Status-Faktor – als Explorer (Basis) 4 Meilen pro Euro, als Silver 6, als Gold 7, als Platinum 8 und als Ultimate sogar 9. Steuern und Flughafengebühren zählen nicht. Fliegst du mit SkyTeam-Partnern und hast dort gebucht, wird stattdessen distanzbasiert nach Buchungsklasse gutgeschrieben – bei günstigen Langstrecken-Tickets oft der bessere Deal. Wie überall: Vielfliegernummer bei jeder Buchung angeben.

  • Der Transfer aus dem Membership Rewards Programm. Membership Rewards Punkte lassen sich im Verhältnis 5:4 zu Flying Blue übertragen – eines der besten Verhältnisse in der deutschen Amex-Partnerliste. Wie das Punktesammeln funktioniert, liest du auf meiner Seite zum American Express Membership Rewards Programm.

American Express Logo

Mit American Express Kreditkarten lassen sich im Alltag, v.a. mit Turbo, einige Flying Blue Meilen sammeln

  • Der Transfer aus RevPoints – sogar 1:1. Wer Revolut nutzt, überträgt seine RevPoints ohne jeden Reibungsverlust zu Flying Blue: Aus einem Punkt wird eine ganze Meile. Was das Punkteprogramm von Revolut taugt, liest du auf meiner RevPoints-Seite.

  • Partner und Aktionen. Hotel- und Mietwagenpartner, Shopping-Angebote und regelmäßige Transfer- oder Bonusaktionen. Konkrete Aktionszahlen nenne ich bewusst nicht – aktuelle Aktionen findest du in meinem Blog.

Einen Payback-Zubringer gibt es – wie bei Avios – nicht: Die Supermarkt-Brücke führt exklusiv zu Miles & More.

Flying Blue Meilen einlösen – und die Promo Rewards

Die Grundregeln – Wertrechnung, Zuzahlungen, Verfügbarkeit – findest du im Ratgeber Meilen einlösen. Speziell bei Flying Blue solltest du diese Wege kennen:

  • Die Promo Rewards – das Aushängeschild. Jeden Monat veröffentlicht Flying Blue eine Liste rabattierter Prämienflüge: ausgewählte Strecken mit mindestens 25 Prozent Rabatt auf den Meilenpreis – regelmäßig auch in Premium Economy und Business. Das ist der Grund, warum Flying Blue in der Meilen-Szene einen so guten Ruf genießt – und ein wohltuender Kontrast zu den unattraktiv gewordenen Meilenschnäppchen bei Miles & More. Welche Strecken gerade rabattiert sind, ändert sich monatlich; die spannendsten Angebote greife ich in meinem Blog auf.

  • Reguläre Prämienflüge. Flüge mit Air France, KLM und SkyTeam-Partnern gegen Meilen plus Steuern und Gebühren – mit den bekannten Grundregeln: Der höchste Gegenwert liegt in Business und First auf der Langstrecke. Beachte: Die Meilenpreise sind dynamisch und schwanken je nach Nachfrage.

  • Der Rest. Upgrades, Sitzplätze, Extras – möglich, aber rechne jede dieser Einlösungen gegen den Prämienflug. Meistens verliert sie.

Der Status bei Flying Blue

Flying Blue kennt oberhalb des Basisstatus Explorer die Level Silver, Gold, Platinum und Ultimate. Die Schwellen kompakt: Silver ab 100 XP, Gold ab 180 XP, Platinum ab 300 XP. Mit dem Status steigen unter anderem die Sammelrate (siehe oben) und die Reisevorteile – ab Gold etwa mit weltweitem Zugang zu den SkyTeam-Lounges inklusive eines Gastes. Die Top-Stufe Ultimate qualifiziert sich über eigene UXP, die ausschließlich auf Flügen unter Air-France- oder KLM-Flugnummer entstehen – die Schwelle liegt bei 900 UXP.

Drei Eigenheiten machen das System fairer als die meisten anderen:

  • Dein persönliches Statusjahr. Gezählt wird nicht pro Kalenderjahr, sondern in einem individuellen 12-Monats-Zyklus ab deinem Einstieg.

  • Rollover statt Nullstellung. Beim Aufstieg oder der Statusbestätigung werden die benötigten XP abgezogen – aber alles darüber nimmst du als Vorsprung mit ins neue Statusjahr (bis maximal 300 XP). Überschüssige XP verfallen also nicht einfach.

  • Soft Landing. Verfehlst du deine Schwelle, fällst du pro Jahr maximal eine Statusstufe – von Gold geht es erst zu Silver, nicht direkt auf null.

Und für die Ausdauernden gibt es eine Belohnung, die kaum ein anderes Programm kennt: Nach zehn aufeinanderfolgenden Jahren als Platinum-Mitglied erhältst du Platinum for Life – den Status auf Lebenszeit, ohne dich je wieder qualifizieren zu müssen.

Meine Einordnung bleibt trotzdem dieselbe wie bei jedem Programm: Jag dem Status nicht hinterher, indem du Flüge buchst, die du sonst nicht gebucht hättest. Wer nicht ohnehin regelmäßig mit Air France und KLM unterwegs ist, sammelt hier entspannt statusfrei auf Prämienflüge – idealerweise auf die Promo Rewards.

Verfallen Flying Blue Meilen?

Für Deutschland gilt eine eigene Regel – und sie ist deutlich entspannter, als viele denken: Flying Blue Meilen sind hierzulande 3 Jahre plus die verbleibende Zeit im Kalenderjahr gültig. Und das Beste daran: Jede meilenfähige Aktivität – ob Flug oder Partneraktivität – verlängert die Gültigkeit deines gesamten Meilenguthabens erneut um diese Frist. Wer sein Konto auch nur gelegentlich bewegt, verliert also nichts. Die neue internationale Regelung mit 24-monatiger Gültigkeit gilt ausdrücklich nicht für den deutschen Markt.

Und für einige verfallen Meilen gar nicht: mit Vielfliegerstatus, als Inhaber einer Co-Branded-Kreditkarte, als Flying-Blue-Extra-Mitglied oder unter 18 Jahren.

Unabhängig von der konkreten Frist gilt mein Standard-Rat: Meilen sind kein Sparbuch. Auch Flying Blue kann Prämienpreise jederzeit anpassen – gerade bei dynamischer Bepreisung. Sammle mit Ziel und lös ein.

Für wen sich Flying Blue lohnt – und für wen nicht

Flying Blue lohnt sich, wenn du gern über Paris oder Amsterdam fliegst, SkyTeam-Airlines auf deinen Strecken liegen – oder du schlicht das Programm mit den lebendigsten Prämienangeboten willst: Die monatlichen Promo Rewards machen Flying Blue auch für Sammler interessant, die ihre Punkte über das Membership Rewards Programm oder RevPoints flexibel halten und gezielt zuschlagen, wenn eine passende Strecke rabattiert ist.

Flying Blue lohnt sich eher nicht, wenn du fast ausschließlich Lufthansa oder oneworld-Airlines fliegst – dann bist du bei Miles & More beziehungsweise in der Avios-Welt besser aufgehoben. Und wer seine Punkte aus dem Payback-Alltag beziehen will, landet ohnehin bei Miles & More.

Du willst Flying Blue Meilen sammeln? Der stärkste Weg in Deutschland führt über flexible Punkte – und damit über die passende Amex-Karte.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist Flying Blue?

Das gemeinsame Vielfliegerprogramm von Air France und KLM, inklusive Transavia. Gesammelt und eingelöst wird auch bei den Partnern der SkyTeam-Allianz – damit deckt Flying Blue die dritte große Allianz-Welt neben Miles & More (Star Alliance) und Avios (oneworld) ab.

Was sind Flying Blue Promo Rewards?

Monatlich wechselnde Prämienflüge mit mindestens 25 Prozent Rabatt auf den Meilenpreis, auf ausgewählten Strecken – regelmäßig auch in Premium Economy und Business. Sie sind die attraktivste Besonderheit des Programms und oft die Gelegenheit für einen überdurchschnittlichen Meilenwert.

Wie komme ich in Deutschland an Flying Blue Meilen?

Über Flüge mit Air France, KLM, Transavia und SkyTeam-Partnern – und vor allem per Punktetransfer: aus dem Membership Rewards Programm im Verhältnis 5:4 oder aus RevPoints sogar 1:1. Einen Payback-Weg gibt es nicht.

In Deutschland sind Meilen 3 Jahre plus die restliche Zeit im Kalenderjahr gültig – und jede meilenfähige Aktivität verlängert das gesamte Guthaben erneut um diese Frist. Mit Vielfliegerstatus, einer Co-Branded-Kreditkarte oder als Flying-Blue-Extra-Mitglied verfallen Meilen gar nicht. Die neue internationale 24-Monats-Regel gilt nicht für den deutschen Markt.

Verfallen Flying Blue Meilen?

Über XP aus Flügen, gezählt in deinem persönlichen 12-Monats-Zyklus: Silver ab 100 XP, Gold ab 180 XP, Platinum ab 300 XP – darüber die Top-Stufe Ultimate über eigene UXP. Überschüssige XP nimmst du als Rollover mit ins neue Statusjahr, und beim Verfehlen der Schwelle fällst du maximal eine Stufe pro Jahr.

Wie erreiche ich einen Status bei Flying Blue?

Flying Blue oder Miles & More – was ist besser?

Die Frage entscheiden deine Airlines: Miles & More deckt die Lufthansa-Welt und Star Alliance ab, Flying Blue die Air-France-KLM-Welt und SkyTeam. Wer flexibel bleiben will, sammelt Membership Rewards Punkte oder RevPoints – Flying Blue gehört bei beiden zu den attraktivsten Transferzielen.

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Marco Zachskorn Portraet

Über den Autor

Marco Zachskorn ist ehemaliger Bankfilialleiter, M.Sc. Business Administration und zertifizierter Coach. Nach 15 Jahren in der Finanzbranche – unter anderem als Geschäftsstellenleiter einer Bank und Führungskraft im Vertrieb – erklärt er heute, wie das Finanzsystem wirklich funktioniert: verständlich, ehrlich und ohne versteckte Agenda. Auf seinem YouTube-Kanal zeigt er, wie du bei Konten, Kreditkarten und Meilen das Beste für dich rausholst.

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